Zum Hauptinhalt

Tipp: Aktivieren Sie Javascript, damit Sie alle Funktionen unserer Website nutzen können.

Beige Hintergrund

Projektinformation: Klimapartnerschaft in Ruanda

    Potential zum Klimaschutz heben

    Klimawandel: Unterstützung der NDC-Umsetzung in Ruanda (NDC Fazilität)

    Karte von Ruanda

    Stand: 06/2026

    Deutschland unterstützt Ruanda dabei, sein Potenzial zur Anpassung an den Klimawandel zu nutzen. Im Auftrag der Bundesregierung finanziert die KfW den Rwanda Green Fund (RGF), der ruandische Klimaprojekte fördert. Das Vorhaben ist Teil der seit 2022 bestehenden deutsch-ruandischen Klimapartnerschaft, die wirtschaftliche Entwicklung mit der Begrenzung von Treibhausgasemissionen und dem Schutz globaler öffentlicher Güter verbindet

    ProjekttitelUnterstützung der NDC-Umsetzung in Ruanda (NDC Fazilität)
    AuftraggeberBundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
    Land/RegionRuanda
    ProjektpartnerRwanda Green Fund (RGF)

    Ausgangslage

    Ruanda ist das „Land der tausend Hügel“ – eine Beschreibung der topografischen Gegebenheiten in Zentralafrika mit vielen steilen, intensiv landwirtschaftlich genutzten Hanglagen. Gleichzeitig ist Ruanda mit einer Bevölkerungsdichte von über 500 Menschen pro Quadratkilometer eines der am dichtesten besiedelten Länder Afrikas. Trotz beachtlicher Erfolge in den letzten Jahren ist Ruanda mit einem Pro-Kopf-BIP von rund 1.000 USD (Weltbank 2024) nach wie vor eines der ärmsten Länder der Welt (LDC – Least Developed Country).

    Die ruandische Regierung verfolgt einen ehrgeizigen Entwicklungspfad und hat bereits zahlreiche Fortschritte erzielt. Armut bleibt jedoch ein großes Problem: Etwa 40 % der Bevölkerung lebt unterhalb der internationalen Armutsgrenze von 3,00 USD pro Tag. In der „Vision 2050“ setzt sich Ruanda das Ziel, bis 2035 den Status eines Landes mit mittlerem Einkommen (UMIC) und bis 2050 den eines Landes mit hohem Einkommen (HIC) zu erreichen. Diese langfristigen Ziele setzen ein hohes jährliches Wirtschaftswachstum von durchschnittlich über 12 % voraus und liegen damit über den derzeitigen, bereits sehr beachtlichen Wachstumsraten von rund 8–9 % pro Jahr.

    Parallel dazu hat sich Ruanda ehrgeizige Klimaziele gesetzt und zählt zu den Vorreitern im Globalen Süden. In seinen Nationally Determined Contributions (NDCs) 3.0 verpflichtet sich das Land zu einer Emissionsreduktion von 53 % (bedingte und unbedingte Beiträge) gegenüber einem Business-as-usual-Szenario. Dies entspricht einer geschätzten Einsparung von über 14 Millionen Tonnen CO₂ im Jahr 2035.

    Ebenso zentral ist die Absicherung der Bevölkerung gegen die negativen Auswirkungen des Klimawandels, der insbesondere für die weiterhin stark von Armut betroffene ländliche Bevölkerung eine erhebliche Bedrohung darstellt und die Erreichung der Entwicklungsziele gefährdet. Die ruandische Bevölkerung und Wirtschaft sind in hohem Maße von klimasensiblen Sektoren abhängig, darunter Landwirtschaft in topografisch häufig schwierigem Gelände, Tourismus sowie Rohstoffabbau. Schätzungen zufolge könnten Klimarisiken dazu führen, dass das BIP Ruandas bis 2050 im Falle schwerwiegender Klimaereignisse um jeweils 5–7 % unter dem erwarteten Niveau liegt und damit den aussichtsreichen Kampf gegen die Armut unmittelbar gefährdet.

    Dorf mit einer Stromleitung
    Auch in Ruanda ziehen viele Menschen vom Dorf in die Stadt. Diese Entwicklung kann in eine nachhaltige Richtung gelenkt werden.

    Projektansatz

    Im Rahmen der seit 2022 bestehenden Klimapartnerschaft zwischen Ruanda und Deutschland hat der Rwanda Green Fund (RGF), das zentrale (Klima-)Finanzierungsvehikel der ruandischen Regierung, mit deutscher Unterstützung die sogenannte „NDC Fazilität“ (in Ruanda auch bekannt als „Intego“) eingerichtet. Die NDC Fazilität finanziert Investitionsprojekte öffentlicher Träger, die einen direkten Beitrag zum Klimaschutz (Minderung von Treibhausgasemissionen) leisten und insbesondere für arme, ländliche Bevölkerungsgruppen zur Stärkung der Resilienz gegenüber den Folgen des Klimawandels (Klimaanpassung) beitragen.

    Diese Klimaprojekte werden vom RGF anhand vorab vereinbarter Kriterien ausgewählt und der KfW zur Zustimmung vorgelegt. Die Auswahlkriterien orientieren sich unter anderem an den ruandischen Klimazielen (NDCs). Die Umsetzung der Klimaprojekte erfolgt anschließend durch die ausgewählten öffentlichen Antragsteller mit Unterstützung und enger Begleitung durch den RGF und die KfW. Dabei wird der RGF von einem Durchführungsconsultant unterstützt, derzeit einem Beratungsunternehmen aus Deutschland.

    Das Ziel der deutschen Unterstützung der NDC Fazilität ist es, einen Beitrag zur Stärkung der Klimaresilienz der ruandischen Bevölkerung sowie zur Verringerung der Treibhausgasemissionen – und damit zum Schutz globaler öffentlicher Güter – zu leisten.

    Mit Blick auf die BMZ-Strategie „Zukunft gemeinsam global gestalten“ trägt das Vorhaben insbesondere zu Ziel 1 „Armut, Hunger und Ungleichheiten überwinden“ bei. Bei den durch die NDC Fazilität geförderten Vorhaben handelt es sich in der Regel um sehr zielgruppennahe Projekte, die die gesamte Bandbreite der klimabezogenen Herausforderungen Ruandas abbilden (z. B. naturbasierte Lösungen zum Flutschutz, Aufforstung mit lokalen und endemischen Baumarten, Erosionsschutz und Nutzung von Regenwasser, klimaangepasste Techniken in der Subsistenzlandwirtschaft, nachhaltige Kochenergie etc.) und überwiegend direkt die Lebensbedingungen armer, besonders vulnerabler Bevölkerungsgruppen verbessern. Minderungsmaßnahmen tragen zum Klimaschutz und damit zum Schutz globaler öffentlicher Güter bei und leisten einen wichtigen Beitrag zu Ziel 4 „Strategische Allianzen für globale Lösungen und das multilaterale System stärken“.

    Dazu trägt auch bei, dass sich neben Deutschland mit Großbritannien und Luxemburg bereits weitere europäische Partner an der maßgeblich durch deutsches Engagement etablierten Fazilität beteiligen

    Wirkungen

    Die von RGF geförderten Projekte werden Emissionen von Treibhausgasen im Bereich von 200.000 Tonnen Kohlendioxid-Äquivalenten einsparen helfen. Davon sollen 11.000 Tonnen auf das von der KfW finanzierte Vorhaben entfallen.

    Durch die von RGF geförderten Projekte sollen zusätzlich mindestens eine halbe Million Menschen besser gegen die Folgen von Extremwetterereignissen geschützt sein.

    Das Programm trägt dazu bei, den ökologischen Fußabdruck der ruandischen Städte zu verringern, bezahlbare Wohnungen zu schaffen und damit die Lebensbedingungen der Bevölkerung zu verbessern.

    Zu der Erreichung dieser Nachhaltigkeitsziele der Vereinten Nationen leistet das Vorhaben einen Beitrag:

    Kontakt

    KfW Bankengruppe
    Geschäftsbereich KfW Entwicklungsbank

    KfW Office Kigali

    Länderbereich Subsahara Afrika

    Projektdatenbank

    Unsere Projektdatenbank enthält detaillierte Informationen zu allen Vorhaben, die seit Januar 2013 vertraglich vereinbart wurden.

    Unsere Partnerländer

    Wir fördern Entwicklungsprogramme und damit Zukunftsperspektiven in Afrika, Asien, Lateinamerika und Südosteuropa.

    Publikationen

    Hier finden Sie unsere Evaluierungsergebnisse, allgemeine Geschäftspublikationen sowie Fachpublikationen nach Themen und Reihen.